Die Süddeutsche Zeitung ist nicht eben bekannt dafür, über den Nahostkonflikt fair zu berichten – vielmehr handelt es sich hier überdies um eine Zeitung, die schon mehrfach antisemitische Karikaturen abgedruckt hat (siehe hier und hier).

Wen würde es wundern, wenn diese Zeitung auch den eigentlich längst verbrämten Antijudaismus wieder ausgraben würde? Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, schaut man sich diese Schlagzeile an: „Israel – Rückfall in alte Muster“. In dem Artikel geht es um einen Missbrauchsskandal innerhalb der Haredim-Gemeinde in Israel; und der Inhalt des Artikels selber ist eigentlich nicht problematisch. Also, natürlich ist der Missbrauchsskandal eine problematische Sache, aber in Hinblick auf Antijudaismus gibt es hier nichts zu beanstanden.

Warum aber diese Schlagzeile? Werden hier nicht Assoziationen mit dem Alten Testament provoziert? Mit dem Judentum als angeblich rückständiger Religion? Überdies erscheint es ja so, als würde GANZ Israel in diese alten Muster zurückfallen. Umso bedenklicher, dass in der Unterüberschrift nicht einmal zu erahnen ist, was genau die Überschrift zu bedeuten hat:

In Israel wurden 22 ultraorthodoxe Gläubige festgenommen, weil sie offenbar in einen Missbrauchsskandal verwickelt sind. Womöglich haben die Gemeinden dieser frommen Parallelwelt die Taten bisher vertuscht.

Alte Muster? Welche alten Muster? Tatsächlich wird erst nach der Hälfte des Artikels erklärt, worauf diese Überschrift sich bezieht, nämlich auf ähnliche Missbrauchsskandale bei den Haredim in aller Welt in der Vergangenheit.

So ergeben Überschrift und Unterüberschrift gemeinsam zunächst das Bild, als sei es ein Rückfall in alte jüdische Muster, Menschen sexuell zu missbrauchen. Dass das Wort Rückfall dabei auf die unterstellte Archaik und Rückwärtsgewandheit der jüdischen Religion Bezug nimmt, also auf das Judentum als in Vergleich zum Christentum veralteter Religion, darf nicht missachtet werden.

Es sei dahingestellt, ob Peter Münch diese Überschrift absichtlich so gewählt hat – besser würde sie dadurch aber ohnehin nicht.

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2 Gedanken zu “Rückfall in Antijudaismus?

  1. geeeeenau , tintenfische sind antisemitisch und bücher gegen den zionismus zu publizieren ist natürlich schlecht. du bist auf der falschen seite . ich bin deutscher asheknazim jude und sage deutschland soll leben. eure völker verachtenden ideologien sind der größte wahnsinn auf erden. es gibt schon zu viele leute die eure lügen aufgedeckt haben. deswegen ist die liste der vertreibung auch so endlos lang und geht bis in die ersten tage eurer verrückten ideologien zurück. und jetzt mach es wie alle leute die , die warheit nicht ertragen können ,sie deshalb zensieren, um dein anti-deutsches dasein zu befriedigen. meine vorfahren haben für dieses land und ihre nachfahren gekämpft und gelitten , und sie waren auf der richtigen seite.

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    1. Da guckt man nach einem halben Jahr oder so mal wieder auf seinen Blog und dann steht hier so ein Rotz, lol. Naja, wie du siehst wurdest du nicht „zensiert“ (bin ich die Regierung oder was?).
      Was genau du mit der Liste der Vertreibungen meinst ist mir ehrlich gesagt ein wenig schleierhaft. Werden oder wurden Antideutsche von irgendwo vertrieben? Wenn ja: von wo und wohin? Oder meinst du ganz allgemein Zionist*innen? Dann würde mich nämlich doch ein wenig wundern, dass du antisemitische Vertreibungen rechtfertigen willst.
      Dass es nicht so eine gute Idee von deinen Vorfahr*innen war, für dieses Land zu kämpfen und zu leiden, haben sie im 2. Weltkrieg dann vermutlich selbst gemerkt.

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