Nachdem man sich beim Hessen-Tag auf öffentlichen Druck hin doch noch eines besseren besann und den Schwulen-, Frauen, Behinderten-, Juden-, etc-feindlichen Kollegah nicht zu diesem für Weltoffenheit werbenden Konzert einlud*, dachte man sich beim Afrika-Karibik-Festival: Hey, so einen Mann brauchen wir noch! Der Veranstalter ließ verkünden:

Wir stehen seit 20 Jahren mit unserem Festival-Motto: ‚one race…human!‘ für Weltoffenheit, Völkerverständigung und Menschenfreundlichkeit und stecken niemanden in eine Schublade. Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit Kollegah ein klares Zeichen setzen können

Nun ja, was Kollegah mit Weltoffenheit und Völkerverständigung zu tun hat ist fraglich – aber Menschenfreundlichkeit, ernsthaft? Das … das … bitte … ein Witz … Nein? Nein. Schade. Nun, wer zeilen wie „Hure eins und Schlampe zwei, ich vergewaltige euch brutal“ rappt, der ist wohl ohne Zweifel ein wahrer Menschenfreund. Ohja.

Richtig blamiert hat sich das Afrika-Karibik-Festival aber durch den Auftritt von Kollegah in Leipzig am (mittlerweile ist es halb eins, von daher:) gestrigen Abend. Denn, nun, wie umschreibe ich es am besten: Da hat Kollegah einem Fan mitten auf der Bühne mal so richtig die Fresse poliert.

Der Fan kam auf die Bühne, da er gegen einen anderen Fan ein Freestylebattle machen sollte. Er gab Kollegah und allen aus Kollegahs-Crew Handshakes, dann klaute er ohne um Erlaubnis zu fragen Ali As die Kappe. Kollegah kommentierte dies mit den Worten: „Abzug in der B-Note direkt“, und lachte dabei, was der Fan wohl nicht unbedingt als Wahrnung verstand, ähnliches bei Kollegah nicht zu machen (was irgendwo ja verständlich ist). Da ging der Fan zum hockenden Kollegah und wollte ihm – erneut ohne um Erlaubnis zu fragen – die Brille vom Kopf nehmen. Kollegah stand ruckartig auf, der Fan wollte sich entschuldigen, doch da wurde er schon vom Rapper weggeschubst, in den Bauch getreten, und mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Anschließend kamen Kollegahs Leute und zerrten ihn weg. Die Anzeige ist draußen, wird Kollegah allerdings leider nicht sonderlich weh tun, stattdessen lediglich für Promo sorgen (und ja, ich schreibe ja auch über ihn, bin also auch reingefallen …).

Keine Frage: Es ist unhöflich, aufdringlich, und höchst unsympathisch, einem Menschen einfach ins Gesicht zu greifen und ihm die Brille wegnehmen zu wollen. Aber einen solchen Menschen dann sofort wegzuschubsen, in den Bauch zu treten, ins Gesicht zu schlagen, wegzerren zu lassen – ist das die neue Menschenfreundlichkeit?

Ihr habt euch blamiert, Afrika-Karibik-Festival. Euer „Menschenfreund“ ist nichts als ein primitiver Schläger.

*Lustige Fußnote: auf der Website des Hessentages heißt es auch: „Neben den beiden Leitthemen werden Klimaschutz und Nachhaltigkeit beim Hessentag in Rüsselsheim eine große Rolle spielen.“ Da ist Kollegah natürlich der richtige Mann, schließlich ist er entschieden gegen Chemtrails – und was wäre mehr Klimaschutz als gegen Chemtrails sein?

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2 Gedanken zu “Wie sich das Afrika-Karibik-Festival blamiert hat

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