„Ich finde Banksy scheiße“ rappte Danger Dan auf „Ibiza“, und ich kann mich ihm nur anschließen. Banksy, das ist dieser britische Graffiti-Künstler, relativ bekannt, hat etwa „Dismaland“ gestaltet.

Oh, apropos, eine kleine Anekdote dazu: In „Dismaland“ wurden die Kunstwerke von Israelis und Palästinensern Seite an Seite ausgestellt. Der palästinensische Künstler Shadi Alzaqzouq fand das nicht ganz so cool – er forderte, Israel zu boykottieren, und startete eine peinliche Aktion, indem er sich vor seinem Kunstwerk auf den Boden warf und sich tot stellte.

Dies ist eigentlich der Nahostkonflikt in einer einzigen Andekdote: Die (meisten) Israelis wollen Seite an Seite mit den Palästinensern in Frieden leben – die (meisten) Palästinenser wollen, dass die Juden verschwinden. In Banksys Gehirn konnte dies aber nicht vordringen – für ihn ist, natürlich, Israel an allem Schuld.

Im Jahr 2015 veröffentlichte Banksy eine kleine „Mini-Dokumentation“ über Gaza. Darin betritt er Gaza über einen der Schmuggler-/Terrortunnel der Hamas – nur um später scheinheilig zu fragen, warum es denn keinen Beton für Häuser gebe. Kein Witz. Ebenfalls behauptet Banksy in diesem Video, Israel habe nach dem Gazakrieg 2014 kein Beton in den Gazastreifen einführen lassen – was schlicht eine dreiste Lüge ist. Aber wenn es um das Dämonisieren Israels geht, kennt Banksy keine Hemmungen mehr. Ironisch bezeichnet er die Israelis als „friendly neighbours“, gefolgt von dem Schriftzug: „In 2014 Operation Protective Edge destroyed 18,000 homes“. Hier werden also die Israelis homogenisiert, zu einem Kollektiv verschmolzen, jeder Israeli denkt genau dasselbe – und die Israelis als Kollektiv hätten die Zerstörung des Gazastreifens auf dem Gewissen. Aus purer Freude, das legt Banksy nahe, hätten sie dies getan. Der Beschuss Israels durch die Hamas findet keine Erwähnung, generell scheint es für Banksy die Hamas gar nicht zu geben (außer, wenn er ihre Terrortunnel nutzt), er suggeriert, der kollektive Jude Israel hätte Gaza aus reiner Böswilligkeit in Schutt und Asche gelegt. Und natürlich darf am Ende des Videos ein theatralisches „denkt an die Kinder“ nicht fehlen.

Banksys Fans feiern ihn dafür. Denn wie sie in den Kommentaren kund tun, wissen sie eines: Israel und die USA sind die größte Bedrohung für menschliche Leben auf der ganzen Welt!

Banksy Kommentare.png

Ein anderer freut sich darüber, dass seine Nachbarn nicht jüdisch, bzw.“nicht solche Arschlöcher sind“. Auch die paranoiden Leute, die hinter jedem kritischen Kommentaren einen Mossad-Agenten und/oder israelischen Textbot vermuten, dürfen nicht fehlen, ebensowenig wie der Vorwurf des Kindermordes (aka Ritualmordlegende 2.0).

Banksy dürfte also zufrieden sein, denn was sonst wollte er mit diesem Video erreichen, als Antisemitismus zu verbreiten?

Nun hat Banksy wieder ein neues Projekt. Eines, das nicht nur Kunst ist, sondern ihm auch ordentlich Geld in die Kassen spülen soll – ein Hotel. „Banksy ist zurück und eröffnet das einzigartige ‚Walled Off Hotel‘ in Palästina„, titelt hiphop.de. In diesem Hotel sind allerlei Kunstwerke, es ist quasi ein Museum, in dem man schlafen kann. Vom Hotel aus ist der israelische Sicherheitszaun zu sehen, und ihm ist das Hotel auch gewidmet – es ist letzendlich nichts anderes als klug vermarkteter Antisemitismus. Doch natürlich versucht Banksy sich gegen den Vorwurf des Antisemitismus gleich vorweg zu immunisieren, indem er auf seiner Homepage schreibt, das Projekt sei nicht antisemitisch, und „[w]e offer an especially warm welcome to young Israelis.“ Diese Extrawerbung in Richtung junger Israelis und die Schlagzeile von hiphop.de leiten uns in eine interessante Richtung, doch bevor ich verrate, worauf ich hinaus will, hier noch ein kleines Puzzlestück: Auf seiner Homepage schreibt Banksy auch:

You don’t need a visa to enter Israel as a tourist and you can stay for up to 3 months. Visitors entering via Tel Aviv airport are given an entry card in their passport. So, unlike the locals, you’ll be permitted to travel wherever you wish.

Airport security at Tel Aviv, however, is legendary. Expect to be asked about the purpose of your stay and if you intend travelling to the West Bank. If you answer ‚yes‘ you may be held up for some time, consequently many visitors choose not to highlight that particular part of their holiday.

Die lokal Ansässigen dürfen also nicht reisen, wohin sie wollen. Und zwar, das suggeriert Banksy hier, weil sie dafür keine Genehmigung der Israelis bekommen. Und natürlich muss auch die israelische Security sarkastisch als „legendär“ bezeichnet werden, um ihre herausragende Bösartigkeit herauszustreichen.

So, nun haben wir also dieses Hotel, das in „Palästina“ steht, und in das nicht nur Palästinenser und Touristen aus aller Welt, sondern auch gerne Israelis kommen sollen. Und wir wissen, dass Banksy die Mauer und Reiserestriktionen sehr sehr blöd findet. Jetzt kommt der Witz:

Das palästensische Gesetz verbietet es jüdischen Israelis, Betlehem zu betreten. Daher liegt das Hotel leicht außerhalb Betlehems (nicht in Betlehem, wie einige Zeitungen irrtümlich behaupten – hiphop.de hat diesen Fauxpass durch die Formulierung „in Palästina“ vermieden). Banksy also, im vollen Bewusstsein, dass die Palästinensische Autonomiebehörde aus antisemitischen Beweggründen heraus Juden die Einreise in bestimmte Gebiete untersagt*, klagt Israel wegen angeblich rassistischer Reisebeschränkungen an. Und damit es keinem auffällt, legt er sein Hotel gerade so knapp außerhalb Betlehems an, dass Juden es noch gerade so betreten dürfen.

Denn natürlich weiß Banksy: Israel MUSS an allem schuld sein.

Ein Mensch, der ganz „Palästina“ (nur Gaza war ihm wohl zu langweilig) als „world’s largest open prison“ bezeichnet, glaubt natürlich auch zu wissen, dass Israel nicht nur generell an allem schuld ist, sondern natürlich das absolute Böse, das non-plus-ultra des Bösen ist. Böser geht es gar nicht mehr! Nichts ist so schlimm wie Israel, und so muss ein Raum im Hotel, von dem aus man geradewegs auf den israelischen Sicherheitszaun blickt, „Worst view in the world“ heißen.

*EDIT: Zudem liegt das Hotel so in einem Bereich, in dem Israel für die Wahrung der öffentlichen Ordnung verantwortlich ist – Banksy erkennt also auch, dass Israel, anders als die PA, für Sicherheit sorgen kann.

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Ein Gedanke zu “Banksys Antisemitismus

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