Man hat es als Antisemit heute wirklich schwer. Damals, unter Hitler, als die Welt noch in Ordnung war, da hat man in „Jud Süß“ und „Die Rothschilds“ noch ganz ungeniert im Kino gegen Juden hetzen können – sowas geht ja heute gar nicht mehr. Heute muss man verschleiern. Muss die ganz üblen Lügen rauslassen, sich ein wenig beim linken Publikum anbiedern, alles ein wenig hinter einer friedlichen Maskerade verschleiern.

Am besten klappt das, wenn der antisemitische Hetz-Film einen jüdischen Regisseur hat. Denn wie jeder weiß, kann ein Jude ja gar kein Antisemit sein! Jawohl! Völlig ausgeschlossen! Es gibt ja auch keine Selbstmörder, oder Leute, die sich ritzen! Hass gegen sich selbst oder eine Gruppe, der man zugerechnet wird, ist völlig unmöglich! Bei einem Juden fragt keiner, ob er ein Antisemit ist; ein Jude ist über jeden Antisemitismusverdacht erhaben.

Udi Aloni genießt diese Freiheit. Er ist Jude, und wenn ein Jude etwas sagt, was dem gemeinen Antisemiten gefällt, dann hält dieser Jude als Kronzeuge gegen all die bösen Juden her. Es ist ja so toll, denn schließlich hat der Antisemit endlich einen Juden gefunden, der seine Meinung teilt, ein Jude, der die Juden ebenso hasst wie er. Und ein Jude kann ja kein Antisemit sein, ergo ist das, was er sagt, nicht antisemitisch, und dadurch ist das, was der Antisemit sagt, nicht antisemitisch, und ergo er selbst kein Antisemit, und außerdem, wer die Meinung eines Juden toll findet, der kann ja selbst kein Antisemit sein, neinnein! Udi Aloni ist der beste Freund jedes Antisemiten.

Besonders, da man ihn als „israelische Seite“ des Konfliktes präsentieren kann, also als eine Person, die vorgeblich für die Israelis steht. Da muss dann natürlich auch noch schön deutlich auf die Nationalität von Aloni verwiesen werden, damit auch auf jeden Fall deutlich wird, dass er ein Alibi-Jude ist: „Der Regisseur Udi Aloni und seine Crew sind der lebendige Beweis für die Tatsache, dass der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern anders ist als wir denken: Aloni ist ein israelisch-amerikanischer Regisseur.“[Hervorhebung im Original] Ah, und wenn sogar er als Israeli das sagt, dann, ja dann!

Dabei ist Udi Aloni nichts anderes als ein leidenschaftlicher Israelhasser. Er hasst den jüdischen Staat so sehr, dass er ihn zerstört sehen will. Er bezeichnet allen Ernstes die israelische Regierung als faschistisch. Er unterstützt die antisemitische Organisation BDS. Er ist ein Israelhasser, ein Antisemit.

Und so wundert es nicht, dass er für seinen neuesten Schmierenfilm, „Junction 48“, einen Mann ins Boot holt, der ihn in Sachen Antisemitismus noch einmal eindrucksvoll übertrifft.

Tamer Nafar ist ein arabischer Israeli. Der erste „Palästinenser“, der mit Rap bekannt geworden ist. Und Tamer Nafar spielt in „Junction 48“ die Hauptrolle, den Rapper „Kareem“ – generell basiert der Film auf dem Leben von Tamer Nafar. Doch wer ist dieser Tamer Nafar?

Nun, auch Tamer Nafar ist ein leidenschaftlicher Antisemit und Israelhasser. In dem Track „Min Irhabi“, was in etwa so viel bedeutet wie „Wer ist hier der Terrorist?“, rappt er über Israel (Hier die Lyrics in der englischen Fassung, wie sie auf der Seite von Tamer Nafars Rap-Crew DAM stehen):

Democracy [gemeint ist Israel, Anm. d. Verf.]? Why? It reminds me of the Nazis

You’ve raped the Arab soul

and it became pregnant, giving birth to a child called “ terror attack“

And then you call us terrorists. You’ve killed and looted

Zunächst darf natürlich – wie in jedem Text, der gegen Israel und das jüdische Volk hetzt – die Gleichsetzung der Juden mit den Nazis nicht fehlen. Das ist klassischer Antisemitismus, und eigentlich so langweilig und durchschnittlich, dass man sich kaum mehr darüber ereifern will. Aber zum Glück fällt Nafar für den Hoho-Effekt noch etwas Spektakuläres ein: Die Juden haben die arabische Seele vergewaltigt! Ja, Vergewaltigung, damit kriegt man die Leute! Und natürlich, das weiß der eifrige Nafar, sind die Juden selbst schuld daran, wenn man sie umbringt. Würde man Nafar fragen, er würde sicher bestätigen können, dass die Juden auch am  Holocaust selbst schuld waren. Wahrscheinlich, um „Palästina“ besetzen zu können oder so. Wenn es den Holocaust überhaupt gab, vielleicht ist das ja auch eine Lüge der Juden. Nafar könnte es sicher sagen.

Man muss sich allerdings fragen, wie die arabische Seele Terror gebären kann, wenn doch laut Nafar Palästinenser überhaupt gar keine Terroristen sein können. Er vertritt eine Blut-und-Boden-Ideologie, derzufolge er alles tun und lassen darf was er will, weil er in „Palästina“ geboren wurde: „How can I be a terrorist if I live in my homeland?“, fragt er scheinheilig in „Min Irhabi“. Er legitimiert also Judenmord durch die Zugehörigkeit zum „palästinensischen Volk“. Noch abartiger geht es kaum. Es verwundert nicht, dass Nafar Juden im gleichen Track auch als „Feinde“ bezeichnet – alle, unterschiedslos.

Einer der Leute aus seiner Rap-Crew DAM, Mahmood Jrery, formuliert seinen Judenhass ebenso eindeutig in „Min Irhabi“: „I’m not against peace, peace is against me/ It wants to eliminate me, to erase my heritage“. Frieden mit Juden, das kommt für Jrery nicht in Frage. Sie müssen getötet, vernichtet werden, sämtlich abgeschlachtet, friedliche Koexistenz, das weiß Jrery, ist nicht möglich, schließlich zerstört Frieden ihn. Na, dann doch lieber Juden töten. Das muss man doch verstehen. Der arme Mann.

Die Rap-Crew DAM steht für eliminatorischen Judenhass. Das zeigt auch ihr Logo, wie es etwa auf ihrer Website prangt:

dam-ist-scheise

Zu sehen ist eine stilisierte Abbildung von ganz „Palästina“, mit einem ebenso stilisierten Pfeil, der von Jordanien aus nach „Palästina“ hineinragt (und somit Ähnlichkeit zum Logo der palästinensischen Terroroganisation PFLP aufweist). Israel ist hier völlig ausgelöscht, wie es in „Min Irhabi“ herbeifantasiert wird.

Wenn also sowohl der Regisseur als auch der Hauptdarsteller leidenschaftliche Antisemiten sind, und der Film das Leben eines leidenschaftlichen Antisemiten behandelt, wundert es nicht, dass in diesem Film kein einziger Jude irgendwie positiv dargestellt wird. Im Gegenteil: Jeder Jude, der in diesem Hetzfilm auftaucht, ist ein schlechter, verdorbener Mensch, der nur Böses will.

Damit ist „Junction 48“ nichts anderes als der Versuch, „den alten unversöhnlichen arabischen Befreiungsnationalismus aufzuhübschen.“ Ein antisemitischer Propagandafilm, der sich freilich nicht ganz so viel traut wie „Jud Süß“ und „Die Rothschilds“, aber die Grenzen des gesellschaftlich tolerierten Judenhasses gründlich auslotet. Dass ein solcher Film beim deutschen Publikum gut ankommt und auf der Berlinale mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde, wundert dann allerdings auch nur die unverbesserlichen Optimisten.

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