In der Nacht auf den 10.01.2017 führte die israelische Armee eine Razzia im palästinensischen Flüchtlingscamp Fa’ra (in der Nähe von Nablus) durch, während der drei gesuchte Araber festgenommen wurden. Laut der israelischen Armee wurden die Soldaten von Arabern mit Sprengstoff angegriffen und beschossen. Einer der Araber griff die israelischen Soldaten mit einem Messer an. Nachdem er der Aufforderung stehen zu bleiben nicht nachkam, mussten sie schießen. Der Angreifer starb.

Nach Darstellung von Khaled Mansour, einem palästinensischen Aktivisten im Flüchtlingscamp, verhielt es sich ein wenig anders: Angeblich seien israelische Soldaten in das Haus des Mannes eingedrungen und hätten ihn dort grundlos vor den Augen seiner Mutter aus nächster Nähe erschossen. Eben diese Mutter dient Khaled Mansour als Quelle für seine Darstellung der Dinge.

(Quelle: http://www.haaretz.com/israel-news/1.764086)

Es ist davon auszugehen, dass die Darstellung der israelischen Armee die richtige ist. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zunächst ist die Quelle für die Geschichte von Mansour die Mutter des Erschossenen – eine objektive Darstellung der Dinge ist von ihr nicht zu erwarten. Auch hat das israelische Militär verlautbaren lassen, dass der Attentäter keinesfalls in seinem Haus erschossen wurde – die Geschichte der Mutter stimmt also schon in Bezug auf den Ort des Geschehens nicht. Vermutlich wurde behauptet, die Szene hätte sich im Haus des Terroristen abgespielt, um so die Israelis noch mehr als Eindringlinge zu brandmarken.

Zudem ist Khaled Mansour selbst kein unbeschriebenes Blatt. Erst im letzten Jahr sagte Mansour, jede Zusammenarbeit mit den Israelis sei abzulehnen, da dies die Unabhängigkeit der Palästinenser verhindere. Er forderte sogar, den Handel zwischen Palästinensern und jüdischen Siedlern unter Strafe zu stellen, und bezeichnete sämtliche jüdische Siedler als Kriminelle. Es sei furchtbar, wenn Palästinenser und Juden koexistieren müssten. Eine solche Stigmatisierung des Handels mit Juden, ja eine Verurteilung des friedlichen Zusammenlebens mit Juden, ist ungeheuerlich, und zeigt eindrücklich die antisemitische Haltung Mansours. „Kauft nicht bei Juden“ und „die Juden sind unser Unglück“, das ist seine Botschaft für die Araber in Eretz Israel/Palästina. Anzunehmen, ein solcher Antisemit würde über Vorfälle betreffend des israelischen Militärs bei der Wahrheit bleiben, ist schlicht absurd.

Schließlich ist der Terrorist bereits vorbestraft. Mohammed a-Salahi, wie der Mann heißt, saß für drei Jahre in israelischer Haft – wegen der Mitgliedschaft in der Brigade der al-Aqsa-Märtyrer, wie der palästinensische Gefangenenverein berichtet. Der palästinensische Gefangenenverein wiederum ist für die Überwachung der Auszahlung von Gehältern an palästinensische Judenmörder durch die PA zuständig. Er kontrolliert, dass dieses widerliche Blutgeld selbst bei finanziellen Engpässen priorisiert wird, also auf jeden Fall immer ausgezahlt wird.

Angesichts all dessen ist es nicht in Betracht zu ziehen, dass die palästinensische Darstellung etwas mit der Wahrheit zu tun hat. Es wurde wohl die Gelegenheit ergriffen, angesichts der Verurteilung von Elor Asaria durch ein israelisches Gericht das Image der israelischen Streitkräfte weiter anzugreifen, sie als blutrünstige Mörderbande darzustellen.

Für Spiegel Online ist dies natürlich eine willkommene Gelegenheit, mal wieder richtig schön gegen Israel zu hetzen. So titelt SpOn: Israelische Soldaten töten Palästinenser – Mutter spricht von Exekution

Natürlich, es ist absolut nicht möglich, in der Überschrift auch nur einen dezenten Hinweis darauf zu geben, dass der Palästinenser nicht einfach so getötet wurde, sondern aus Notwehr. Man versucht es auch noch nicht einmal mit einer „neutralen“ Darstellung, die einfach nur von einem „Konflikt“ berichtet, obwohl schon das falsch wäre, ist doch der Palästinenser ein Attentäter. Stattdessen muss selbst im Titel der abstruse Vorwurf der Palästinenser genannt werden, die Soldaten wären Mörder und der Palästinenser absolut unschuldig. So findet eine eindeutige Parteinahme zugunsten des Attentäters schon in der Überschrift statt.

Noch doller wird es allerdings danach, denn der Artikel beginnt folgendermaßen: „Zwischenfall im Westjordanland: Israelische Soldaten haben einen Palästinenser erschossen, nachdem dieser sich Befehlen widersetzt haben soll. Die Mutter des Getöteten erhebt schwere Vorwürfe.“

Hoppla, der Palästinenser wurde erschossen, weil er sich Befehlen widersetzt haben soll? Das klingt ja so, als man dem armen unschuldigen Palästinenser befohlen, sich auszuziehen, und als der das nicht machen wollte, ihn einfach abgeknallt. Es wird hier gezielt der Eindruck erweckt, bei den „Befehlen“ habe es sich um etwas anderes gehandelt als die Aufforderung, keine israelischen Soldaten umzubringen. Und obendrein scheint nicht einmal sicher zu sein, dass der Terrorist sich den Befehlen tatsächlich widersetzt hat. Wer würde nach einer solchen Formulierung noch der Mutter widersprechen, die „schwere Vorwürfe“ erhebt?

Darüber hinaus wird allerdings damit auch behauptet, die Befehle der Soldaten seien der Ausgangspunkt des Vorfalles gewesen; als wären die Befehle aus dem Nichts gekommen, ohne Begründung. Als wären sie eine Aggression der israelischen Soldaten. Es wird vollkommen ausgeblendet, dass die Befehle der israelischen Soldaten ihrerseits nur eine Reaktion auf den Angriff des Terroristen waren. SpOn tut so, als wäre der Befehl, keine Juden abzuschlachten, der Grund für die Eskalation gewesen, und obendrein ein unfairer Befehl gewesen.

Das ist ein Artikel, der in seiner Abartigkeit sogar die legendäre Überschrift „Israel droht mit Selbstverteidigung“ übertrumpft.

Es ist auch auffällig, dass SpOn die Darstellung des israelischen Militärs in ständigen Anführungszeichen und in Konjunktiv wiedergibt, was die Glaubwürdigkeit dieser Darstellung angreift, während die palästinensische Darstellung im Indikativ geschildert wird. Und natürlich darf gegen Ende des Artikels nicht der Verweis darauf fehlen, dass ja die israelischen Siedlungen Wurzel des gesamten Konfliktes seien, und ergo die Juden ohnehin Schuld am Tod des armen Palästinensers seien, unabhängig davon, ob der jetzt ein Terrorist war oder nicht. Denn schließlich sind jüdische Siedlungen ein guter Grund dafür, Juden umzubringen, und gäbe es sie nicht, wären auch die armen Terroristen nicht gezwungen, Juden umzubringen, wie ja auch Frau Knaul von der taz weiß.

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