Es ist nun schon weit über einen Monat her, dass Kollegah das Lied „Apokalypse“ hochgeladen hat. Als ehemaliger Kollegahfan, der seine Musik noch immer nicht so schlimm findet, habe ich mir das mal angesehen – die Youtubevorschläge waren aber auch sehr hartnäckig! Zunächst noch interessiert, saß ich nach dem etwa 13 Minuten langen Video kurz einfach nur da. Vermutlich war meine Gefühlslage irgendwo zwischen Ekel und Schnappatmung – ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr so ganz genau. Ekel und Schnappatmung? Warum das?

Nun, bevor ich darauf eingehe, noch kurz etwas rein zum Klang des Tracks: Der war gar nicht schlecht. Die Beats sind recht ansprechend und ausnahmsweise flowt Kollegah auch mal fehlerfrei. Insgesamt durchaus solide. Also nein, ich möchte hier nicht über Musikgeschmack streiten.

Es geht mir vielmehr um den Antisemitismus, der in diesem Track sehr deutlich zur Geltung kommt. Man könnte nun schon in Abwehrstellung gehen und sagen, der ganze Track sei ja nur eine Geschichte, eine nette, rein fiktive Story, und Kollegah glaube schließlich auch nicht tatsächlich, er würde Energieknoten mit einer Axt zerhacken, wie er in dem Track rappt – von daher sei eventueller Antisemitismus ja Teil der Fiktion, somit nicht ernst gemeint und ergo unbedenklich. Hierzu werde ich mich in einem späteren Blogeintrag noch einmal ausführlicher äußern, an dieser Stelle sei nur angemerkt, dass antisemitische Stereotype durchaus auch in fiktiven Geschichten transportiert werden können – oder will jemand daran zweifeln, „Jud Süß“ sei ein antisemitischer Film?

Falls nun irgendjemand wissen will, warum der Track scheiße ist, sich ihn aber nicht anhören will, hier eine kurze Zusammenfassung; wer den Track schon kennt, kann den folgenden Absatz einfach überspringen.

„Apokalypse“ knüpft an „Armageddon“ von Kollegah an. In Armaggedon geht es um einen Zyklopen, bzw. den Daddschal, der die Welt vernichten will, und natürlich schlussendlich von Kollegah getötet wird. Hier macht nun „Apokalypse“ weiter. Der Track ist in vier Akte gegliedert, der erste trägt den Titel „Postapokalypse“. Die Menschheit ist gerettet, die Welt allerdings liegt in Trümmern, und Kollegah findet in einem zwielichtigen Keller einen bösen, bösen Geheimvertrag, der den Plan zur Vernichtung der Welt enthält. Im zweiten Akt, „Die alten Mysterien“, wird eine krude Story über den Untergang Babylons erzählt, ebenso wie der unfassbar diabolische Inhalt des Geheimvertrages, und wer ihn alles umsetzen will (die übrigen Verdächtigen natürlich, Illuminaten, Freimaurer, die dreizehn satanischen Blutlinien und so). In Akt drei, „Showdown“, wird geschildert, wie die Menschen gegen Dämonen kämpfen, und Kollegah den Anführer der Dämonen besiegt, wodurch die Welt gerettet ist. Im letzten Akt, „Eden“, ist alles wieder superschnafte, bis so ein doofer Rabe ankommt und einen dritten Track zum Thema anteasert.

Nun, aber was genau bringt mich denn nun dazu, die böse Antisemitismuskeule auszukramen? Da wäre zunächst einmal die Tatsache, dass Kollegah zu Beginn des Tracks rappt: „Was geschrieben stand, ist wahr! Im Talmud, dem Koran/ Und in der Bibel las ich’s nach,  der Niedergang ist nah!“ Nun hat Kollegah hier etwas durcheinander gebracht, denn während die Bibel die heilige Schrift der Christen ist und der Koran die heilige Schrift der Muslime, ist die heilige Schrift der Juden die Torah, nicht der Talmud. Der Talmud enthält lediglich Texte zur Auslegung der Torah. Aber wie dem auch sei, Kollegah bezieht sich hier offensichtlich auf die drei abrahamitischen Religionen als Quell seines Wissens über die Zerstörung der Welt. Den gesamten Track über kommen keinerlei Erwähnungen anderer Religionen vor, stattdessen findet der große Endkampf in Jerusalem statt, es ist vom Teufel die Rede, vom Felsendom, der Al-Aqsa-Moschee, von König Salomo. Wird auf Religionen Bezug genommen, dann immer auf eine der abrahamitischen. Verwunderlich, dass es beim Happy End dann plötzlich heißt:

Etliche Jahre sind seit dem Kriegsende vergangen.

Die Menschen auf der Erde leben friedfertig zusammen.

Man sieht, wie Buddhisten, Muslime und Christen

Gemeinsam die zerstörten Städte wieder errichten.

Ups, wo sind denn die Juden hin? Plötzlich sind keine mehr da, merkwürdig. Und nein, das liegt nicht an Flowgründen, schließlich macht Kollegah nach „Buddhisten“ eine vernehmliche Pause, in der er ohne weiteres noch Juden hätte sagen können. Und wegen des Reimes hat er es ganz sicher auch nicht gesagt, denn es fällt auf, dass der Endreim in den beiden letztzitierten Lines – für einen Raptrack, und besonders für Kollegah – extrem schlecht ist, nämlich rein, und dann nicht einmal ein Doppelreim. Hätte Kollegah hier einen tollen Reim basteln wollen, so hätte er dies komplett anders gemacht, schließlich rühmt er sich für seine mehrsilbigen Nomenreime. Kollegah hat sich also durchaus etwas dabei gedacht, als er die Lines so schrieb. Und warum gibt es am Ende keine Juden mehr? Dem werden wir nun auf den Grund gehen …

Springen wir noch einmal kurz ganz zum Anfang des Tracks zurück. Dort rappt Kollegah: „Mir wurde offenbar, was sonst niemand and’res sah,/ Doch jetzt sieht man die Gefahr, von Palästina bis Katar.“ Die Gefahr wird demnach nur vom muslimischen Teil der Welt erkannt, schließlich sagt er ganz explizit „von Palästina bis Katar“, also von einem muslimischen Pseudostaat bis zu einem muslimischen Staat. Auch hier könnte man mit dem Reim argumentieren, und nur deshalb hätte er zwei muslimische (Pseudo)Staaten genannt, aber nein: Von China bis Bhutan, von Costa Rica bis Vietnam hätte man die Gefahr auch erkennen können. Kollegah aber entschied sich dafür, zwei (Pseudo)Staaten zu nehmen, die recht nah beieinander liegen, was schlecht geeignet wäre, um eine weltumfassende Erkenntnis ausdrücken zu wollen.

Nur die Muslime sind es, die die Gefahr erkennen – und nur die Muslime sind es, die sich gegen diese Gefahr wehren. Im dritten Akt heißt es, nachdem Kollegah die Pforte der Dämonen zerstört hat:

Auch wenn jetzt kein weiterer Dämon mehr nachkommt,

Gleicht ganz Ost-Jerusalem einer enormen Schlachtfront.

Die letzte Bastion der Menschheit wehrt sich mit Kämpferherz

Gegen eine unmenschliche Übermacht auf dem Tempelberg.

Nur Ost-Jerusalem ist die letzte Bastion der Menschheit. Warum nicht ganz Jerusalem? Dafür gibt es eine ebenso simple wie ernüchternde Antwort: West-Jerusalem ist jüdisch. Im Gegensatz dazu wird Ost-Jerusalem – besonders von den Muslimen, und ein solcher ist Kollegah – als traditionell muslimisch wahrgenommen. Wenn nun der jüdische Teil Jerusalems nicht zur letzten Bastion der Menschheit gehört, ist auch klar, warum die Juden am Ende des Tracks plötzlich nicht mehr erwähnt werden.

Das einzige Gegenargument, dass man bis hier in Feld führen könnte, wäre die Line: „Und sende das Signal, damit die allerletzte Streitmacht der Menschheit antritt!/ Unabhängig von Religion, Herkunft oder Stand./ Sie werfen sich in‘ Kampf ohne Ehrfurcht oder Angst“. Wenn nun die letzte Armee der Menschheit so egalitär organisiert ist, dann werden doch offensichtlich Juden nicht ausgeschlossen! Nein, wir sehen hier stattdessen die Beilegung interreligiöser Konflikte, ein Plädoyer für das Ende jedweder Diskriminierung. Dieser Track kann mitnichten antisemitisch sein!

Das könnte man sagen – wäre Kollegah der Meinung, Juden seien Menschen. Und wenn ich hier Kollegah sage, beziehe ich mich nicht auf Felix Blume, sondern auf das lyrische Ich des Tracks. Denn in diesem Track werden Juden systematisch entmenschlicht und im wahrsten Sinne des Wortes dämonisiert.

Dies fängt schon früh an, am Ende des ersten Aktes, als Kollegah auf den Geheimvertrag zu sprechen kommt. Werfen wir einen genaueren Blick auf das Bild, das im Video eingeblendet wird, während Kollegah über den Geheimvertrag rappt.

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Quelle von diesem und allen folgenden Screenshots: https://www.youtube.com/watch?v=QZXCqTe5__A

Die linke Seite des aufgeschlagenen Buches ist eher weniger interessant, es handelt sich hier wohl um Fantasiezeichen. Auf der rechten Seite aber muss man stutzig werden – handelt es sich hier nicht eindeutig um hebräische Buchstaben? Etwa das Zeichen zentral über dem fünfzackigen Stern. Es handelt sich hier eindeutig um ein Sin/Schin. Und in dem etwas längeren Text ist der dritte Buchstabe von links in der ersten Zeile ein Aleph. Ich könnte so fortfahren, aber dann müsste ich ein bisschen Memorie spielen, denn ich beherrsche das hebräische Alphabet nicht. Fest steht jedenfalls, dass die meisten der Buchstaben auf der rechten Seite des aufgeschlagenen Buches hebräische Schriftzeichen sind. Vielleicht assoziiert Kollegah (und hier meine ich Felix Blume) Hebräisch mit etwas Bösem, und hat deshalb diese Schrift für den bösen Geheimvertrag gewählt. Auf jeden Fall muss auch aufhorchen lassen, dass es über den Vertrag rappt: „Ich las den Geheimvertrag, den sonst keiner sah,/ Den man im engsten Kreis verbarg und nur dort weitergab“. Nun, alle Personen in diesem engsten Kreis müssten dann ja Hebräisch können, sonst könnte der Geheimvertrag eher mediokre weitergegeben werden. Und sicher, es gibt auch Nicht-Juden, die Hebräisch können. Aber klingt es hier nicht wenigstens ein bisschen so, als würde der Vertrag unter Juden weitergereicht? Generell erinnert diese ganze Geschichte mit dem Geheimvertrag stark an die „Protokolle der Weisen von Zion“, in denen „die Juden“ ihren Plan zur Erringung der Weltherrschaft niedergeschrieben haben – jedenfalls glauben das diejenigen, die dieser antisemitischen Fälschung auf den Leim gehen.

Und Kollegah macht in dieser Manier munter weiter, wenn er rappt:

Uns is zu vieles entgangen,

Wie dass alle Mächtigen der Geschichte den gleichen dreizehn Blutlinien entstammen.

Von Babylon zu den ägyptischen Pharaonen,

Trägern der europäischen und britischen Adelskronen,

Bis hin zu Politik und US-Präsidenten,

All jene, die die Geschicke der Welt geschäftsmännisch lenkten.

War’n alles letztendlich Menschen vom Blut eines Dämonen,

Die ihre Kraft aus ihm schon seit Urzeiten bezogen.

Dazu wird ein Bild eingeblendet, auf dem die „13 satanischen Blutlinien“ zu sehen sind.

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Mit dabei sind natürlich – wie könnte es anders sein – die Rothschilds, und auch die Rockefellers, die ja angeblich auch zur jüdischen Weltverschwörung gehören. Wir haben hier also eine jüdische und eine angeblich jüdische Familie, die Teil dieser dämonischen Weltbeherrscher sind. Besonders die Erwähnung der Rothschilds in diesem Zusammenhang merken wir uns für später!

Was nun endgültig aufzeigt, dass in diesem Track Juden hinter den bösen Dämonen stecken, ist die Grafik bei Minute 7:10, zu der Kollegah rappt:

Der Zyklop sollte bloß ihre Stärke demonstrieren,

Nebenbei die Bevölkerung der Erde reduzieren.

Die verbliebene Menschheit mit aller Härte kontrollieren,

Den Weg ebnen, bis sie komm‘, um ihr Werk zu komplettieren.

Der Zyklop ist eine Referenz auf den Vorgänger-Track, „Armageddon“. Aber wer sind denn nun „sie“? Das Bild verrät es uns.

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Wir sehen einen Mann in einem Kapuzenpullover vor Bildschirmen sitzen, auf denen der Zyklop zu sehen ist. Die Hände des Mannes ruhen auf der Tastatur – er ist es also, der den Zyklopen lenkt. Dieser Mann repräsentiert das ominöse „sie“. Am Ringfinger seiner linken Hand trägt er einen Siegelring, auf diesem ist ein Davidstern zu sehen. „Sie“ – das sind die Juden.

Später kommen dann die Dämonen durch ein Portal im Felsendom in diese Welt. Dies ist wohl eine Reminiszens an die Lüge, wonach die Juden die Muslime vom Tempelberg vertreiben wollen – eine Lüge, auf deren Basis gerne mal eine Intifada, aka eine antisemitische Terrorwelle, losgetreten wird. Die Dämonen, die in den Felsendom strömen, stehen hier offensichtlich für die Juden, die – um es mit den Worten von Mahmud Abbas zu sagen – die Al-Aqsa Moschee „mit ihren dreckigen Füßen entweihen“ (Und ja, ich kann Felsendom und Al Aqsa Moschee auseinander halten – Kollegah allerdings nicht, wie im Folgenden noch festgestellt werden wird).

Nachdem jedenfalls die letzte Bastion der Menschheit in Ost-Jerusalem lokalisiert wurde, rappt Kollegah weiter:

Auf Seiten der Menschen türmen sich Leichen zu Bergen,

Doch die feindlichen Schergen – sie schein‘ nich zu sterben!

Sie strömen von überall wie die lebendigen Toten

Die Hänge nach oben in scheinbar nie endenden Wogen.

Unmenschliches Tosen, ein Kämpfen und Toben.

Zwischen Traum und Realität sind die Grenzen verschoben.

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In diesen 6 Versen finden sich gleich drei Entmenschlichungen der Feinde. „Auf Seiten der Menschen“ exkludiert die Feinde vom Begriff „Mensch“, die zudem „wie die lebendigen Toten“ sind, und ein „unmenschliches Tosen“ entfachen. Dazu ist im Video ein Aussschnitt aus dem Herrn der Ringe zu sehen, aus der Schlacht auf den Pellenorfeldern, wo Orks gegen Menschen kämpfen, es findet sich also sogar eine vierte Entmenschlichung. Die Feinde, das sind die Juden – und die Juden, das wird hier unmittelbar deutlich, sind keine Menschen.

Die Line „Unabhängig von Religion, Herkunft oder Stand“ meint also definitiv nicht auch Juden, da Juden überhaupt nicht als Menschen begriffen werden.

Kommen wir wie angekündigt zu den Rothschilds zurück, die ja bei jeder antisemitischen Verschwörungstheorie eine prominente Rolle einnehmen. Nachdem sie uns bereits in den „13 satanischen Blutlinien“ begegneten, treffen wir sie ein weiteres Mal an. Kollegah rappt:

Nur der Canary Wharf Komplex – City of London…

Nur noch ein einzelner Turm zwischen den vernichteten Banken

Des Distrikts ist vorhanden.

Umgeben von Magiestrahlen, die sich um ihn ranken wie giftige Schlangen.

Es blitzt wie Brillanten in dem Stockwerk ganz oben.

Da drin muss er sein – der Kopf der Dämonen!

Nun, tatsächlich trifft Kollegah – wen wundert es – den Kopf der Dämonen in diesem Bankenturm in London. In London wurde 1808 die Bank „N.M. Rothschild & Sons“ gegründet, und auch heute noch sehen Verschwörungstheoretiker in London den Sitz der übermächtigen Rothschildfamilie. Der Kopf der Dämonen sitzt also in einem Bankgebäude in London, die Rothschilds sind Teil der „13 satanischen Blutlinien“, die die Welt beherrschen, und die Juden schlechthin steuern die Feinde der Menschheit und sind nicht menschlich, sind Dämonen – es ist offensichtlich, hier werden die Rothschilds als Kopf der Weltverschwörung dargestellt.

Kommen wir nun zu ein paar Randbemerkungen:

Die Engel, die in der kruden Babylongeschichte auftauchen, sagen schließlich, der König von Babylon habe die Gaben der Priesterschaft missbraucht. Dies erinnert an die Wahrnehmung der Juden im Koran als Fehlgeleitete, die zwar Allah erkannt haben, sich aber aus purer Sturheit weigern, ihm zu huldigen.

Die Menschenopfer, die von den bösen Menschenfeinden im zweiten Akt auserkoren werden, erinnern an die Ritualmordlegende. Es ist hier von „Blutmagie“ die Rede, davon, die Menschenopfer seien die „Energiequelle“ der Dämonen. Laut der Ritualmordlegende töten Juden Christenkinder und schächten sie, um aus ihrem Blut Mazzen zu backen und sich so zu stärken. Diese antisemitische Legende ist in der frühen Neuzeit auch in den arabisch-muslimischen Raum vorgedrungen, ebenso wie die „Protokolle der Weisen von Zion“.

Zudem wird in diesem Track Geschichtsklitterung der übelsten Sorte betrieben. So rappt Kollegah über den Geheimvertrag auch:

Diese Schriften strahlen eine gefährliche Macht aus.

Man konnte spüren: Von ihnen ging ’ne verheerende Kraft aus!

Salomon hat das gesehen

Und sie unter seinem Palast, der heutigen Al Aqsa Moschee ad acta gelegt

Zu diesen Lines wird im Video ein Bild vom Felsendom gezeigt – warum auch immer.

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Anscheinend hat Kollegah nicht nur keine Ahnung vom Judentum, sondern auch vom Islam nicht so viel Schimmer. Jedenfalls ist es eine schlichte Lüge, dass der Palast Salomons die heutige Al Aqsa Moschee ist. Hier wird ein jüdisches Bauwerk, dessen Überreste sich auf dem Tempelberg befinden, kurzerhand zu einem muslimischen Bauwerk gemacht, durch den Islam vereinnahmt, und so die jüdische Verbindung zum Tempelberg geleugnet.

Am Ende des Tracks, als es keine Juden mehr gibt, gibt es auch keine Morde mehr, alles erblüht, die Meere sind voller Früchte, alles ist gut. Die Juden sind also die Wurzel allen Übels.

So, langsam nähern wir uns dem Ende. Es sollte schon jetzt deutlich sein, dass „Apokalypse“ ein antisemitisches Machwerk ist. Doch noch deutlicher wird Kollegah am Ende des Tracks:

Der Dämon ist besiegt, der dunkle Zauber gebunden.

Doch noch immer werden Bücher mit der schwarzen Aura gefunden.

Wir suchen und bringen jedes Buch, das wir finden,

Auf den Scheiterhaufen, wo Feuer und Glut es verschlingen.

Gerade brennt auf dem Dorfplatz das letzte schwarze Kapitel…

…Da kommt ein Rabe vom Himmel…

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Es werden also Bücherverbrennungen abgehalten. Klingelt es bei Ihnen? Bei mir schon.

Bücherverbrennungen, damit muss ja nicht zwingend ausgerechnet darauf Bezug genommen werden, sagen Sie? Nun, das Lied wurde am 11.9. hochgeladen, dem Jahrestag der Reichspogromnacht. Damit muss ja nicht zwingend ausgerechnet darauf Bezug genommen werden, sagen Sie? Reichlich viel Zufall, sage ich.

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4 Gedanken zu “Kollegahs Apokalypse des guten Geschmacks

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