Es gibt da diesen Rapper, der sich früher mal „Prinz Porno“ nannte – aber nicht, dass sie jetzt an was Dreckiges denken, oder naja, eben doch, denn Porno heißt wohl auf Altgriechisch „schmutzig“, und er nannte sich nach eigener Angabe so, weil das Sprayen, das er damals noch betrieb, etwas Schmutziges und Verbotenes sei; aber ich scheife ab -, und der sich heute „Prinz Pi“ nennt. Über die Qualität seiner Musik möchte ich mir hier gar nicht auslassen, da kann man sicher ganz wunderbar geteilter Meinung drüber sein.

Ich will nur darauf hinaus, dass dieser Typ Terrorismus eigentlich ganz dufte findet, solange es gegen Juden geht. Oder gegen Amerikaner. Naja, dass er ganz generell ein ziemlich verqueres Weltbild hat.

Einen äußerst aufschlussreichen Kommentar zu Prinz Pis Weltbild hat schon das „Kotzende Einhorn“ im vergangenen Jahr abgegeben; ein durchaus lesenswerter Text, und ich möchte hier nicht alles wiederkäuen, was dort schon gesagt wurde.

Ich möchte mich nur zu Prinz Pis, nun, sagen wir, äh, schwierigem Verhältnis zum jüdischen Staat äußern. Ich kenne mich in der Diskographie dieses Rappers wirklich kaum aus, aber ich bin über dieses Lied gestolpert, das sich „Schläferstündchen“ nennt. Und darin rappt Prinz Pi:

Das ist nicht der Gott aus den heiligen Schriften

Sondern der globalisierte Gott des Dollars

Der Gott des Rubels, der Euros

Der Abu-Ghraib Folter, Prinz Pi, Sympathie für Hisbollah

Nun, wer ist denn diese Hisbollah, für die Prinz Pi Sympathie empfindet? Die Hisbollah, deren Name übersetzt in etwa „Partei Gottes“ heißt, ist eine libanesische, islamistische  Terrororganisation, deren Ziel die Vernichtung des jüdischen Staates ist. Nebenbei werden auch gerne Anschläge auf amerikanische Staatsbürger verübt, man beschränkt sich also nicht nur auf Juden. Gegründet wurde sie 1982 auf Betreiben des Iran – der Iran wiederum hat ebenfalls das Ziel, den jüdischen Staat zu vernichten; aber da könnte man jetzt ein ganz anderes Fass aufmachen. Es sei an dieser Stelle nur darauf hingewiesen, dass der Iran der weltweit größte staatliche Förderer von Terrorismus ist.

Aber zurück zur Hisbollah: Diese islamistische Terrororganisation wurde wie gesagt 1982 gegründet, nach dem Einmarsch Israels in den Libanon. Das gab den Terroristen zunächst die Gelegenheit, sich als „Widerstandsgruppe“ zu tarnen – bis 2000, als sich Israel, vom Krieg müde geworden, aus dem Libanon zurückzog. Die Hisbollah feierte sich als Befreier des Libanon, hatte aber nun gleichzeitig ein riesiges Problem: Wenn der Libanon nun gar nicht mehr besetzt war, wozu dann noch eine Widerstandsgruppe? Aber zum Glück besitzen Islamisten ja jede Menge Fantasie, und so beruft sich die Hisbollah seit 2000 darauf, dass die „Sheeba-Farmen“ noch von Israel besetzt seien. Und dabei ignorieren die Herren Terroristen dann einfach, dass die „Sheeba-Farmen“ zwar durchaus israelisch besetzt sind, aber nicht zum Libanon gehören, sondern zu Syrien. Und bevor jetzt wieder jemand wegen israelischer Besatzung herumjammern will: Syrien hat bis zum heutigen Tage keinen Friedensvertrag mit Israel geschlossen, also ist die Besatzung von syrischem Gebiet durch Israel völlig rechtens.

Das Ziel der Hisbollah ist nun „die Befreiung Jerusalems“, und wer eins und eins zusammen zählen kann, weiß, dass damit die Zerstörung Israels gemeint ist. Denn ebenso, wie Juden, wenn sie Zion sagen, nicht diesen einen Berg in Jerusalem meinen, sondern das Land Israel, meinen Muslime, wenn sie Jerusalem sagen, nicht diese eine Stadt, sondern „Palästina“.

Die Hisbollah also greift auf komische Fantasien von Landbesitz zurück, um Israel zum Feind zu erklären, und fordert die Zerstörung des jüdischen Staates. Sie verübt Terroranschläge und folgt einer fundamentalen Auslegung des Koran. Die Preisfrage ist: Warum empfindet Prinz Pi für eine solche Organisation Sympathie?

Ob er Islamismus geil findet? Wohl eher nicht. Meines Wissens nach hat Prinz Pi mit dem Islam ziemlich wenig am Hut. Es wird wohl die Feindschaft zum jüdischen Staat, zu Juden sein, die Prinz Pi so unheimlich sympathisch findet.

Dieser Eindruck wird bestätigt, schaut man sich Prinz Pis Auftritt beim Neo Magazin Royale diese Woche an. Bei der „Deutschen Rapgeschichte Part II“ tritt auch Prinz Pi auf, und was er trägt, ist interessant. Ein weiße Käppi, eine dunkle Hose, ein schwarzer Gürtel, eine Brille, ein Hipsterbart – nun, zugegeben, eher langweiliger Durchschnitt, aber das passt wohl gut zu ihm. Was ich meinte, ist auch vielmehr der blütenweiße Pulli, auf dem ein Dreieck aus schwarz-grün-weiß-roten Fahnen mit der Aufschrift „Palestine“ prangt. Dazu rappt er:

Ich hab ein Miskroskop, gib mir dein Telefon

Wie Ahmadinedschad mach ich eine Kernfusion

Dann kriegst du ein Teleskop, und ich habe ein Mikrophon

Und dieses Wunder kann ich jederzeit wiederholen

Nun, diese Zeilen müssen wohl in einem geistigen Zustand geschrieben worden sein, der eher der absoluten Umnachtung zuzuordnen ist, anders kann man sich das völlig an den Haaren herbeigezogene Wortspiel nicht erklären. Vielleicht kam er sich aber auch nur besonders raffiniert dabei vor, wahllos Wortsilben zu verdrehen, wer weiß das schon.

Auffallen muss hier jedenfalls, dass er „wie Ahmadinedschad“, also wie der ehemalige Präsident des an voriger Stelle erwähnten größten staatlichen Förderer von Terrorismus mit Vernichtungsfantasien gegen Israel, eine Kernfusion macht, was er später als „Wunder“ bezeichnet. Nun ist das iranische Atomprogramm vieles, aber sicher kein Wunder. Selbst nachdem der Atomdeal geschlossen wurde (ein katastrophaler Vertrag, aber bald könnte ich einen Fassfachversand aufmachen) kündigte Ayatollah Chamenei, das Staatsoberhaupt des Iran, die Vernichtung Israels binnen 25 Jahren an. Und was Ahmadinedschad selbst sich so in Bezug auf Israel geleistet hat, dürfte hinlänglich bekannt sein, der Mann ist ein totaler Spinner.

Das iranische Atomprogramm im Rahmen eines „Wunders“ anzubringen ist vor diesem Hintergrund sehr bedenklich. Und sein Pullover verdeutlicht, was genau er eigentlich sagen will: Offenbar empfindet er neben Sympathie für die Hisbollah und Ahmadinedschad auch Sympathie für „Palästina“. Und was das nun zu bedeuten hat, kann sich der geneigte Leser vermutlich selbst denken. In den Kreisen, in denen sich Prinz Pi offenbar heimisch fühlt, meint Palästina nämlich „Vernichtung Israels“.

Da verwundert es auch nicht, dass Prinz Pi eine palästinensische Jugendorganisation namens „Sharak Youth Forum“ unterstützt, die Teil der BDS Bewegung ist. Und BDS wiederum ist das moderne „Kauft nicht bei Juden“, was mittlerweile auch die CDU erkannt hat. Darüber hinaus bezeichnet das Sharak Youth Forum den letzten Gazakrieg faktenwidrig als einseitig israelische Gewaltaktion, womit das Selbstverteidigungsrecht des jüdischen Staates gegen dem massiven Raketenbeschuss der Hamas geleugnet wird.

Prinz Pi ist also ein Mensch, der islamistische Terroristen, die Juden (und Amerikaner) töten, ganz geil findet, den Iran, der den jüdischen Staat auslöschen will, ganz geil findet, und sich für die palästinensische Sache einsetzt, was für ihn gleichbedeutend mit einem Einsatz gegen Israel ist.

Es würde mich daher nicht wundern, wenn ich Prinz Pi beim nächsten Al-Quds-Tag durch die Straßen ziehen sehe, den fröhlichen Spruch „Tod Israel“ auf den Lippen, wie es im Iran alljährliche Tradition ist.

NACHTRAG: Das Wortspiel mit dem Mikroskop und dem Telefon ist gar nicht von Prinz Pi, sondern von Bo – die Parts aller Rapper bei diesem Auftritt basieren auf den Parts von „K2„, wie mir Prinz Pi auf Twitter schrieb. Es ist also nicht Prinz Pi selbst, der dieses Wortspiel verbrochen hat. Allerdings, das muss zusätzlich negativ aufmerken lassen, hat Prinz Pi den Teil mit Ahmadinedschad eingefügt, dieser war bei Bo nicht vorhanden. Prinz Pi hat somit ganz bewusst in eine bestehende Line einen antisemitischen Irren wie Ahmadinedschad eingeflochten.

Advertisements

3 Gedanken zu “Prinz Pi und die Vernichtung Israels

  1. Selten soviel Bullshit auf einmal gelesen. Keine Ahnung von der Musik Prinz Pi’s,
    und auch sonst sehr schlecht über die Person informiert. Friedrich Kautz spielt mit seinen Texten. Er war früher linker und hat sicher keinen Wunsch Israel ausgelöscht zu sehen. Wie kann man so einen Schwachsinn da reininterpretieren?

    Gefällt mir

    1. Ob Prinz Pi mal ein linker war oder nicht sagt nun herzlich wenig darüber aus, wie sein Verhältnis zum jüdischen Staat ist. Schließlich ist der Antisemitismus, getarnt als Antizionismus, in der linken Bewegung leider extrem stark. Wenn Prinz Pi laut deiner Aussage zudem ein Linker „war“, also heute nicht mehr ist, verstehe ich noch weniger, für was das ein Argument sein soll.
      Seinen Wunsch, Israel ausgelöscht zu sehen, habe ich oben doch erläutert. Wie kannst du behaupten, jemand, der Solidarität mit der Hisbollah propagiert, hege keine Vernichtungswünsche gegen Israel? Schließlich ist das Hauptziel dieser islamistischen Terrororganisation die Vernichtung Israels.
      Wenn du etwas über seine Person oder seine Musik weißt, dass aufzeigt, dass er keine negative Einstellung zu Israel hat, immer her damit. Ich würde es mit Überraschung zur Kenntnis nehmen.

      Gefällt mir

  2. Sooo, erst mal sorry, du wirst ja denken müssen, ich hätte deinen Kommentar nicht freigeschaltet, weil er scheiße ist. Er ist zwar in der Tat scheiße, aber ich war schlicht seit zwei Monaten nicht mehr auf meiner WordPress-Seite.

    Die Aufforderung des Erhängens gebe ich gerne zurück, schließlich gibst du sogar zu, Antisemit*in zu sein. Das ist ein Anzeichen dafür, dass vernünftige Kommunikation mit dir nicht möglich ist, daher lasse ich das auch einfach. Jeder Mensch, der nicht komplett scheiße ist, sollte erkennen, was du für ein Arschloch bist.

    Das mit dem Impressum interpretiere ich mal als Drohung. Nunja, sorry dich enttäuschen zu müssen, aber meine Adresse wirst du da nicht finden. xD

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s